ExpoEnergy

Am 23. Februar 2001 lancierten die damalige Arbeitsgemeinschaft Solar 91 (heute Solar Agentur Schweiz) und die Expo.02 die Aktion «ExpoEnergy».

Einzelpersonen, Städte, Gemeinden und Unternehmen, welche zwischen April 2001 und Oktober 2002 in erneuerbare Energien investierten, wurden von der Expo.02 mit Gratiseintritten honoriert. Einbezogen wurden die erneuerbaren Quellen Sonne, Holz, Wind, Biogas und Umweltwärme. ExpoEnergy hatte sich zum Ziel gesetzt, für die Dauer der Landesausstellung eine Balance zwischen dem Energiebedarf der Arteplages sowie der dezentralen und umweltschonenden Energieproduktion zu erreichen.

Ruedi Rast, damals technischer Direktor der Expo.02, rief anlässlich einer Medienkonferenz in Bern den vom Bund erteilten Auftrag in Erinnerung: "Die Landesausstellung wird im Bereich der Energieversorgung mit gutem Beispiel vorangehen und Lösungen präsentieren, die sowohl dem Ziel des rationellen Energieverbrauchs als auch der Förderung erneuerbarer Energien gerecht werden. Die Besucher sollen somit angeregt werden, sich selbst für eine effiziente und nachhaltige Energiepolitik einzusetzen." ExpoEnergy stellte dabei laut Ruedi Rast wohl das "sichtbarste und publikumswirksamste" Projekt des Gesamtenergiekonzepts der Expo.02 dar. Es umfasste unter anderem auch den Gebrauch von erneuerbaren Energien auf allen Arteplages, klare Richtlinien fürs Energiesparen an Unternehmen, Aussteller und Betriebe sowie die Förderung umweltfreundlicher Baumassnahmen.

Mit Gratiseintritten an die Expo.02 wurde belohnt, wer den Nachweis über den Bau einer Produktionsanlage für erneuerbare Energie, die Investition in energieeffiziente Gebäude oder die Inkraftsetzung entsprechender Bauvorschriften erbringen konnte. Mittels eines Verteilerschlüssels wurde das Anrecht auf die Gratiseintritte errechnet. Ein Gratiseintritt liess sich beispielsweise gewinnen durch Energie, welche mit Sonnenkollektoren erzeugt wird (ein Eintritt pro kw). Energieffiziente Wohnhäuser (Minergie) erhielten vier Tickets pro Wohneinheit und eine energieeffiziente Baurechtgebung gab einer Gemeinde Anspruch auf 50 Billette. Diese konnten dann beispielsweise den Schulkindern zur Verfügung gestellt werden.

ExpoEnergy erhielt auch prominente Unterstützung verschiedener eidgenössischer Parlamentarier. Die Nationalräte Boris Banga, Städtpräsident von Grenchen, Yves Christen, Städtpräsident von Vevey und Präsident von Swisssolar, sowie Walter Hess, Gemeindepäsident von Oberriet, zeigten anlässlich einer Medienkonferenz auf, wie auf Stadt- und Gemeindebene konkrete Resultate erzielt werden. Sie appellierten an alle Schweizer Städte und Gemeinden, ExpoEnergy als Anlass zur weiteren Förderung erneuerbarer Energien zu nutzen.

Zielsetzung weit übertroffen

Das Projekt ExpoEnergy bezweckte die Bereitstellung von ca. 23 Mio. kWh erneuerbarer Energien, um den Energiebedarf aller 4 Arteplages zu decken. Von der Expo.02 wurden 5500 Gratiseintritte für zur Verfügung gestellt.

Das angestrebte Ziel wurde bereits nach knapp 10 Monaten erreicht. 2000 zusätzliche Gratis-Tickets wurden bereitgestellt. Doch auch diese waren bis Ende Juni 2002 aufgebraucht. Statt 23 Mio. kWh erzeugten die rund 500 Beteiligten, Einwohner/innen, Gemeinden und Unternehmen über 68 Mio. kWh für die Expo.02. Leider fehlten die Sponsoren, um weitere Gratiseintritte zu ermöglichen.

Den Schlussbericht zum Projekt «ExpoEnergy» können Sie hier lesen (pdf, 3.3 MB).